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Katholische Studierende Jugend Diözese Trier

2008  l  2007

6.3.2008
Jutta aus Ruanda wieder da!

Es war unglaublich gut zu sehen, wie die Arbeit des Superteams Karin-Salvain-Andreas in der Pfarrgemeinde Matimba und den sog. "Sub-Parishes" bisher gelungen ist: In der Gruppenleiterschulung ging es um Teamfähigkeit und Vertrauen, um Partizipation und Eigenverantwortung - und die Jugendleitungen sind unglaublich stolz auf ihre neu entstandene Gemeinschaft.
Zur Zeit wird ein Fußballturnier ausgerufen, bei dem nur geschlechtergemischte Teams antreten dürfen - die Teams, die sich beteiligen, kriegen einen neuen Fußball. Auch die Begegnungen mit der dynamique femmes, den Frauengruppen, waren interessant: Hier wird offen über die Geschlechterfrage diskutiert, Benachteiligungen und Ängste kommen offen zur Sprache. Mit sehr mutigen und aufrechten Frauen hatten wir sehr erkenntnisreiche Gespräche, da können wir echt noch was lernen! In drei Pfarreien wurden wir mit besonderen Festen empfangen: In Gakagati, wo wir ein Huhn und einen Hahn als Geschenk erhielten, in Kagitumba, wo das erste Nähmaschinenprojekt seinen Anfang nehmen wird, und in Matimba, wo wir mit vielen Leuten ein Ananasfeld anpflanzten. Hier war auch am 4. Fastensonntag ein sehr schöner, lebendiger Gottesdienst, mit Trommeln, Klatschen, Singen und allem, was dazu gehört, wenn man ein so schönes und befreiendes Evangelium wie das von der Samaritanerin am Jakobsbrunnen hört.
Daneben blieb auch etwas Zeit, nach Butare zu fahren, um den Königspalast zu sehen - eine riesengroße, kunstvoll gearbeitete Strohhütte des letzten ruandischen Königs, der 1959 vergiftet wurde. Die Geschichte Ruandas ist allgegenwärtig: In den vielen Gedenkstätten, die an die Toten von 1994 erinnern, in der spürbaren Benachteiligung der Überlebenden der Massaker, in den noch schwelenden Konflikten, die auch die Grasgerichte - die sog. Gacacas - nicht lösen konnten. Und leider spielt die katholische Kirche hier keine vorbildliche Rolle: Sie verbarrikadiert sich in einer Verfestigung des Abstandes zwischen Klerus und Laien, lässt keine Offenheit in Bezug auf ihre eigene Schuldverstrickung zu und genießt nach wie vor die Deutungshoheit, die sie in breiten Schichten der Bevölkerung hat - noch. Sicher muss man die Wirtschaftspolitik der jetzigen Regierung kritisch im Auge behalten: In Kigali schießen die Riesenbauten der Hochfinanz nur so aus dem Boden - Bill Gates hat ein Riesengrundstück in bester Lage gekauft, die amerikanische Botschaft ist neu gebaut worden, ein neuer internationaler Flughafen ist in Planung. Und auf dem Land gibt es lediglich ein paar Wasserzapfstellen mehr - aber immer noch kein Abwassersystem und keine Elektroleitung. Wir halten das zusammen: Partnerschaftliche Kontakte und gute, theologisch begründete Sozialarbeit und gleichzeitig den kritischen Blick auf die Realitäten!
 
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