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Katholische Studierende Jugend Diözese Trier

2008  l  2007

 
18.11.2008
Im Leben lernen, im Lernen leben: „Eine Schule für alle“ – eine Chance für den Schulstandort Trier
Die KSJ veranstaltete zusammen mit der GEW Trier, der Initiative "Eine Schule für Alle" und dem BDKJ eine Informationsveranstaltung, zu der der Reformpädagoge Otto Herz als Referent gewonnen werden konnte.

(Otto Herz, Hildegard Muriel, Markus Häusler, Frau Prof. Dr. Brohm)

Sie braucht ganz schnell einen guten Namen, unsere „Eine Schule für alle“ in Trier, die am Freitagabend „beschlossen“ wurde, 
so jedenfalls eröffnete Otto Herz seine Rede. Er sprach „ins Gelingen, nicht ins Scheitern verliebt“ (Ernst Bloch) eine klare
Sprache: Dass Schluss sein muss mit der „Vermehrung von Stopfvorgängen“ an Schülerinnen und Schülern, weil das nur zu Verstopfungen führt und das sei ungesund. Lernen funktioniert ganz anders: „Untertanen werden unterrichtet, mündige Menschen werden aufgebaut.“ Und: „Am besten Sie streichen das Wort „Unterricht“ ganz aus Ihrem Wortschatz!“.Lehrerinnen und Lehrer sind seiner Meinung und Erfahrung nach „soziale Architekten“ und „Modelle eigenen Lernens“, das nie aufhören soll. Die Schule hat drei Grundaufgaben, und die gilt es kreativ und möglichst breit vernetzt zu bearbeiten: Alle müssen das Zusammenleben lernen – deshalb müssen auch alle da sein. Das Zauberwort heißt „Inklusion“, es widerspricht dem Trennen von Schülerinnen und Schülern nach Leistungsfähigkeit und Notenmaßgabe. Lernen muss, das ist die zweite Aufgabe der Schule, als gute Erfahrung erlebbar gemacht werden. Weil Otto Herz seine Theorie immer wieder mit Beispielen anreicherte, hier ist eins:  Normalerweise kommen die meisten Schülerinnen und Schüler frustriert aus ihren 2-wöchigen Praktika zurück. Die bessere Idee: Sie am Bau eines Hausdaches zu beteiligen, bis das Dach fertig ist. Nichts ist aufbauender und lehrreicher als die Erfahrung, ein Projekt mit eigener Arbeit zuende gebracht zu haben! Die dritte Aufgabe: Möglichst alle entwickeln ihre Potentiale so, dass sie möglichst viel „intelligentes Wissen“ erwerben. Damit ist das Wissen gemeint, das dann weiterhilft, wenn das Gedächtnis versagt und keine Routine mehr übrig bleibt. Dabei hilft es, im Lehrerkollegium eine gute Mischung unterschiedlicher Talente zu haben: Denn es kommt darauf an, für die Schülerinnen und Schüler Lerngelegenheiten in ganz unterschiedlichen Formen zu schaffen – von der alle vier Wochen stattfindenden Busfahrt an einen interessanten Lernort bis zur Begegnung mit biographisch interessanten Personen. Das Prinzip: „Alle können von allen lernen.“ Das ist etwas ganz anderes als die herkömmliche Schule, die oft ausartet in eine „Fallenstellerei für Leute, um zu zeigen, dass sie wenig können“. Bei allen Träumen von einer neuen Schule, die nicht nur den Schülerinnen und Schülern gut tut, ist es wichtig, Realitätssinn zu bewahren und möglichst gewinnend zu arbeiten: „Die Angst, dass es anders sein könnte, sitzt tief.“

Der Saal der TUFA war brechend voll – und es waren ganz unterschiedliche Leute da: LehrerInnen natürlich, Referendare, Eltern, Leute aus den Stadtratsfraktionen, GEW-VertreterInnen, SchülerInnen und rund 20 Leute von der KSJ. Am besten: Die Uni Trier unterstützt diese „Beispielschule“ und wird sie wissenschaftlich begleiten. Damit steht der Schule eigentlich nichts mehr im Wege! Alle waren sich mit Otto Herz einig: „Radikal denken – aber behutsam handeln!“  

Jutta Lehnert


weitere Infos zur Initiative
►http://www.eineschulefueralleintrier.de/_sgg/f10000.htm

 
 
 
 
 
 
 
 
Frau Prof. Dr. Brohm(Universität Trier)
 
                Otto Herz     Ignaz Bender
 
(CDU Stadtratsfraktion)
Editor: Jutta Lehnert
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