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Katholische Studierende Jugend Diözese Trier

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Einen alten Text mit neuen Augen lesen: Der Synodenbeschluss „Kirchliche Jugendarbeit“.

Im Moment geht es ja mit den Begriffen ziemlich durcheinander. Nur ein Beispiel: Die Jugendverbände tauchen auf der Seite des Bistums unter dem Bereich „Jugendpastoral“ auf.

Um rauszukriegen, was es mit dem Begriff „ Kirchliche Jugendarbeit“ im Unterschied zu „Jugendpastoral“ auf sich hat, hat die Diözesanleitung noch mal in Ruhe den Synodenbeschluss „Kirchliche Jugendarbeit“ von 1975 gemeinsam gelesen und diskutiert.

Nicht vergessen: Der Synodenbeschluss fußt auf den Beschlüssen des 2. Vatikanischen Konzils; danach war keine Synode mehr in Deutschland. Auch wenn jemand sagen könnte, die Texte seien alt oder überkommen: Sie sind (neben der Bibel!) die geltende inhaltliche Grundlage für die Kirche. Daneben gibt es das Kirchenrecht (letzte Fassung 1987), das aber auch die Eigenständigkeit der Verbände schützt (CIC 370).

Die Sprache ist etwas angestaubt, okay, auch ist der festgestellte Generationenkonflikt heute nicht mehr zentral. Heute müsste man dem Text eine Beschreibung der jetzigen Situation von Jugendlichen voranstellen. Aber die Grundoption für eine selbstbestimmte, gut begleitete Jugendarbeit der Kirche ist es wert, wieder in Erinnerung gerufen zu werden.

In den „Strukturellen Erfordernissen“ am Ende des Textes (Abschnitt 5)wird eindeutig die Option für die selbstorganisierte Gruppe und ausdrücklich für die verbandliche Jugendarbeit getroffen, auch als Auftrag für die Hauptamtlichen.


Es heißt: „Kirchliche Jugendverbände sind Träger kirchlicher Jugendarbeit.“ (5.3.1.1)

Es heißt: „Die Förderung….soll so erfolgen, dass die kirchlichen Jugendverbände in Selbstbestimmung handeln können.“ (Empfehlung 5)

Es heißt: „Hauptamtliche Mitarbeiter der kirchlichen Jugendarbeit sollen durch kontinuierliche Beratung die Arbeit der verbandlichen Gruppen vorrangig fördern.“ (Empfehlung 5)

Es heißt: „Die Pluraliät der modernen Gesellschaft erfordert eine plurale Trägerschaft in der Jugendarbeit.“ (Abschnitt 6)

 

Wichtige inhaltliche Linien aus dem Text:

  1. „In der kirchlichen Jugendarbeit handeln die jungen Menschen selber. Jugendarbeit soll Mündigkeit in Kirche und Gesellschaft einüben…“(S. 6)
  2. Die Jugendarbeit der Kirche ist Dienst an allen Jugendlichen und an der Gesellschaft, es ist ein Dienst (diakonischer Ansatz). (S. 6)
  3. Kirchliche Jugendarbeit muss helfen, das Unbehagen an der Kirche zum Ausdruck zu bringen und auf seine Gründe zu hinterfragen (S.8)
  4. Kirchliche Jugendarbeit soll dabei helfen, Spannungen zu erhellen und ertragbarer zu machen. (S.10)
  5. „Der Dienst der Kirche an der Welt gehört zu ihrem Wesen…“, „wo sie Gottesdienst feiert, empfängt sie stets neu den Auftag und Impuls zum Weltdienst.“ (S.12)
  6. „Kirchliche Jugendarbeit muss um Christi Willen zum sozialen und politischen Engagement führen…“ (S. 12)
  7. Der Beschluss kennt die Gefahr der „Verdinglichung, indem die Kirche den Menschen nur „etwas anbietet“ und dabei vergisst, sich selbst, die Gemeinschaft der Christus Glaubenden „anzubieten“.  (S. 13)
  8. „Man ahmt gedankenlos Angebots- und Werbestrategien nach, wie sie in der Wirtschaft üblich sind, zumal da, wo sie erfolgreich Bedürfnisse junger Menschen ansprechen. Diese am Marktmodell von Angebot und Nachfrage orientierte Denkweise und Praxis muss in der Jugendarbeit überwunden werden.“ (S. 13)
  9. Zentral sind: „Personales Angebot“ und „Reflektierte Gruppe“.
  10. „Daher kommt es in der kirchlichen Jugendarbeit entscheidend darauf an, dass die Botschaft Jesu den Jugendlichen in glaubwürdigen Menschen begegnet…“S.13/14)
  11. „Die reflektierte Gruppe bildet den Schwerpunkt kirchlicher Jugendarbeit.“ (S. 16)
  12. „Das Grundkonzept kirchlicher Jugendarbeit muss für die jeweilige Gruppe der Jugendlichen (Schüler, Arbeitnehmer, Landjugend…)…konkretisiert werden.“ (S. 17)

Es ist klar, dass man spürt, wie wenig sich die Entwicklung der kirchlichen Jugendarbeit an diesen Handlungsoptionen orientiert hat. Es ist lohnend, die eigene Arbeit anhand dieser Linien zu überprüfen und kritisch zu hinterfragen. Das haben wir gemerkt, am Samstag, den 5. November 2011 im eben geretteten Haus Wasserburg.

Die komplette Fassung des Synodenbeschluss findet sich unter
http://www.dbk-shop.de/media/files_public/mdvxogputcl/DBK_GS_08_Jugendarbeit.pdf





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Editor: Jutta Lehnert
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